Wenn Agenturen zu wenig Werbung machen…

Wachstum kann man auch steuern - mit der Vorstellung von einem Wunschkunden beispielsweise.

„Sie sind doch eine Werbeagentur, Sie haben doch keine Probleme mit der Werbung…“ Nicht wenigen Werbern tritt bei solchen Wendungen im Gespräch insgeheim der Schweiß auf die Stirn. Eigenwerbung - das ist in mancher Company ein Reizwort. Horizont berichtete kürzlich über eine aktuelle Hubspot-Studie, die genau dieses Ergebnis hat.

Hubspot ist auf Marketing-, Sales- und CRM-Lösungen spezialisiert und befragte für die Erhebung 1000 Marketingagenturen weltweit. 44 davon waren in „Good Old Germany“ ansässig. Über 60 Prozent der Teilnehmer sahen Neukundengewinnung als wichtigste Herausforderung, so das Resultat.

Meist läuft alles über Empfehlungen

Auf weiteren Plätzen der Prioritäten bei den wichtigsten Herausforderungen laut Umfrage: Mitarbeitergewinnung (34 Prozent), Neukundenakquise (62 Prozent), Rentabilität (41 Prozent) und Zeitgewinnung für administrative Tätigkeiten (36 Prozent). 

Umso mehr verblüfft die Tatsache, dass die meisten Agenturen (über die Hälfte!) ihre Leads meist über Empfehlungen (32 Prozent) und Netzwerke im Privaten (20 Prozent) generieren. Skalier- und planbares Eigenmarketing? Fehlanzeige, in den meisten Agenturen findet es schlicht nicht statt.

Lediglich drei Prozent der Agenturen nutzen Online-Marketing, etwa vier Prozent Kaltaquise per E-Mail. E-Mail-Marketing ist also immer noch eine Orchideen-Disziplin - ausgerechnet in Agenturen. 

Wer kann heute schon auf aktive Eigenwerbung verzichten?

Klar, dass Hubspot hier auch von Eigeninteresse getrieben ist, hat das Unternehmen doch Marketing-Tools im Programm. Wir von WALSINGHAM sind jedoch eindeutig einer Meinung mit den Leuten von Hubspot: Agenturen sollten nicht auf Eigenwerbung verzichten - denn wer kann sich das heute schon noch leisten?

Verlässt man sich lediglich auf Empfehlungen und persönliche Kontakte, ist der Brunnen schnell ausgetrocknet. Außerdem - haben Sie das nicht auch schon einmal festgestellt? Empfehlungen bringen Ihnen meist wieder ähnliche Jobs ein - weil Kunden meist in ihrem eigenen Biotop empfehlen. Wer bisher nur für KMUs gearbeitet hat, wird hier selten eine Empfehlung auf einen Konzernetat bekommen. Die meisten Agenturen - und das gilt nicht nur für kleine „Buden“ - haben in der Regel keine oder kaum eine Vorstellung davon, wie ihr idealer oder Traum-Kunde aussieht. 

Wie wäre es mal mit einem Kunden-Steckbrief?

Keine Frage - fürs Wachstum besser und allgemein zielführender wäre hier strukturiertes Marketing mit einem genauen „Kunden-Steckbrief“. Denn: Perfekt passender Kunde gleich perfekt passendes Business. 

Immerhin ist laut der Hubspot-Studie dafür inzwischen ein gewisses Bewusstsein entstanden: 56 Prozent der Agenturen, die an der Studie teilnahmen, gaben zu, dass Ihnen mehr Vertrieb und Marketing gut zu Gesicht stehen würden, um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Der Glaube an die Generierung neuer Kontakte war allerdings nicht sehr weit ausgeprägt (knapp unter 70 Prozent). Daher wollten auch etwas über 70 Prozent im nächsten Geschäftsjahr mehr in die Lead-Generierung investieren. 

Kunde hat Vorfahrt: raus aus dem Teufelskreis!

Jeder von uns kennt den Teufelskreis - Kundenprojekte haben IMMER höchste Priorität. Was ja prinzipiell richtig ist - aber diese Einstellung darf nicht bis zur Selbstaufgabe durchgehalten werden. Ein funktionierendes Eigenmarketing, effiziente Prozesse und geeignete Software sorgen schließlich auch dafür, dass die Agentur morgen noch da ist und weiterhin zufriedene Kunden bedienen kann.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Eigenmarketing und Neukundenakquise? Wir freuen uns wie immer über eine Rückmeldung in den Kommentaren!

 

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