Warum wir einen Think Tank-Day haben

Think Tank-Day: Eine Institution, die Spaß macht.

Elon Musk und Mark Zuckerberg streiten über künstliche Intelligenz, Richard Branson hat schon wieder eine intelligente Äußerung über Weltraumtourismus getätigt, und nebenbei leiten all diese Menschen erfolgreiche Unternehmen, auch wenn man sie eher für ihre „Steckenpferde“ kennt.

Die Frage ist – wie schaffen das diese Typen? Die Antwort ist vermutlich so einfach wie offensichtlich. Man könnte auch das alte chinesische Sprichwort ins Feld führen: „Wenn Du keine Zeit hast, nimm' Dir welche.“ In irgendeiner Form schaffen diese Entrepreneurs sich Freiräume, um an der Zukunft ihrer Unternehmen zu arbeiten, neue Ziele zu erkennen, die Nase in den geistigen Wind zu halten und quer- und frei zu denken – und zwar abseits des Tagesgeschäfts.

Wir bei WALSINGHAM nennen diesen Freiraum unseren Think Tank-Day. Regelmäßig sitzt das Team zusammen und lässt bewusst die Gedanken schweifen. So können wir die Welt mitunter in einem ganz neuen Kontext betrachten und uns darüber austauschen. Wer hat was gesehen, gelesen oder recherchiert, das relevant ist? Was könnte für uns als Company interessant sein – vielleicht auch erst in zweiter Linie?Wenn alle intellektuellen Grenzen im Gespräch fallen erkennt man schnell, dass sehr viele Dinge mehr mit Kommunikation zu tun haben, als man zunächst durch die Scheuklappen des Tagesgeschäfts betrachtet meinen könnte.

Think Tank-Day als wöchentliches Meeting

Natürlich spielt ein Think Tank-Day (oder ein wöchentliches Meeting, Sie müssen ja nicht direkt einen ganzen Tag dafür ansetzen) vordergründig nichts ein. Aber die Sekundär- und Tertiäreffekte sollten Sie nicht unterschätzen.

Es gibt zwei offenkundige Hauptvorteile:

  1. Der Think Tank Day hält die geistige Herausforderung präsent und frisch (anders als die letzten Spielergebnisse Ihrer Lieblingsmannschaft).
  2. Sie finden früh die wichtigen Themen, die in Ihrem Markt bzw. im Markt Ihrer Kunden im Kommen sind.

Und noch eine Frage sollten Sie nicht unterschätzen – und die tritt auf Zehenspitzen immer wieder aus dem Hintergrund hervor, wenn Sie sich einmal ernsthaft mit dem Thema „Thinking outside the box“ beschäftigt haben: Die Frage nach dem „Warum“ (die übrigens meist auch recht schnell zur Frage „Wo stehen wir heute?“ führt).

Andere Kern-Fragen sind in jeder Organisation recht klar verortet: Um die Frage nach dem „Wie“ kümmert sich die für Entwicklung und Ausbildung zuständige Abteilung, das „Wer“ obliegt natürlich dem Bereich HR, und gemeinhin entscheiden CEOs über das „Was“ in einem Unternehmen. Bei der Logistik regelt man das „Wo und wann“ bezogen auf Produkte und Material, Adminstration und Facility Management übernehmen den gleichen Part bezogen auf Menschen in der Organisation. Und die Frage nach dem „Warum?“ - ja genau, um die kümmert sich… warten Sie doch mal kurz...

Wer nach dem „Warum“ fragt, verdoppelt seine Performance

Scherz beiseite – meist ist diese Fragestellung regelrecht verweist. Dabei kann die aktive Beschäftigung mit ihr großem Einfluss auf die Leistung des Unternehmens haben. Eine Studie der University of Pennsylvania Wharton's School hat nachgewiesen, dass, wer sich regelmäßig nach dem „Warum“ seines Tuns fragt, seine Performance verdoppelt. 

Also… Warum machen SIE Werbung?

Falls Sie keinen Think Tank Day haben können Sie auch einfach nach der Methode von Daniel H. Pink (Schriftsteller, WIRED-Redakteuer und in den 90ern Redenschreiber von Al Gore) vorgehen, um in einen ähnlichen Mindset hineinzukommen: Denn auch in Ihrem Unternehmen sind die Leute begierig darauf zu wissen, in welchem größeren Kontext sie stehen. Sie wollen wissen, wie ihre Anstrengungen zu einem größeren Ganzen beitragen. 

Daniel H. Pink spricht von zwei einfachen Wegen, genau das zu tun:

Zunächst einmal gilt es, herauszufinden, ob die Leute in ihrem Team ein „Warum“ haben. Im nächsten Meeting können sie auch einfach die Frage stellen: „Was ist der Zweck dieser Unternehmung?“ Dann geben Sie jedem Anwesenden eine Blanko-Karteikarte und bitten darum, die Antwort anonym darauf zu schreiben. Sammeln Sie die Karten ein und lesen Sie sie laut vor.

Was bekommen Sie zu hören? Es muss keine hundertprozentige Deckungsgleichheit herrschen, aber es sollte eine ähnliche Grundrichtung vorhanden sein. Falls nicht, falls also Ihre Mitarbeiter Antworten geben, die in alle möglichen Richtungen gehen oder falls ihre Leute gar keine Antworten haben – dann haben Sie vermutlich ein Problem, egal wie gut das Wo, Wann und Was in Ihrer Company aufgestellt sind.

Im zweiten Schritt sollten Sie das „Warum“ am Leben halten. Wenigstens wöchentlich sollten Sie, vielleicht in einem Jour fixe, auf die Frage zurückkommen. Sprechen Sie vom Sinn und Zweck der Aktivitäten dieser Woche. Erinnern Sie einander daran, warum in erster Linie Sie das tun, was Sie tun.

Sie werden überrascht sein, wie sehr es sich lohnt, sich einmal etwas weniger mit dem Wer, Was, Wo, Wann und Wie zu beschäftigen – und sich ein wenig mehr dem „Warum?“ zu widmen.

 

Neuen Kommentar schreiben