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Agenturkultur

Gute Führung: ein Grabstein für Eddie Controlletti

Gute Führung will gelernt sein.

Wenn der WALSINGHAM-Blog seinen Lesern einen guten Vorsatz mit auf den Weg für 2018 geben wollen würde, wäre es folgender - lassen Sie uns alle gemeinsam mehr über gute Führung nachdenken. Die ist leider immer noch Mangelware in vielen Unternehmen - und damit auch in Agenturen.

Gute Führung bedeutet, dass man spezielle Talente identifiziert und fördert, statt seinen Mitarbeitern abzuverlangen, die eierlegende Wollmilchsau zu sein. Zudem hat sich die Rolle von Führungskräften in der digitalisierten Arbeitswelt grundlegend verändert. Wichtig ist heute vor allem agile Führung: die Bereitschaft, Strukturen schnell und flexibel anzupassen. Hierarchisches Denken ist für heutige Anforderungen oft eher ein Hemmschuh.

Präsenzkultur schadet womöglich mehr, als sie nutzt

Dazu gehört auch, im Sinne einer guten Führungskultur Talente richtig herauszuarbeiten und zu platzieren. Und auch das „Führen auf Distanz“ im Sinne des digitalen Wandels zuzulassen. Das goldene Kalb der Präsenzkultur schadet inzwischen vielen Unternehmen mehr, als es nützt. Machen Sie sich also ruhig einmal Gedanken darüber, wie es gehen kann, wenn mehr und mehr Mitarbeiter von zu Hause oder einem anderen Ort aus arbeiten. Wie halte ich als Führungskraft Kontakt? Wie läuft es mit Briefings und Feedback? Von anderen Themen wie Mitarbeitermotivation durch emotionale Führung (Einfühlungsvermögen bindet Mitarbeiter, wer hätte das gedacht!), flachen Hierarchien und Resilienz mal ganz abgesehen.

Mitarbeiter verschieden einbetten

Die Einbettung von Mitarbeitern auf eine Art und Weise, wie sie den meisten Nutzen bringen, erschließt ungeahnte Potenziale. Die einen wollen gern um Acht am Schreibtisch sitzen und blühen im Büroalltag auf, andere bevorzugen aus diversen Gründen ihr Homeoffice, wieder andere wollen gern auch mal zwischen den Aggregatzuständen wechseln. Lassen Sie Varianz zu!

Denn dass wir als Führungskräfte umdenken müssen, hat nicht nur mit der Digitalisierung zu tun, sondern auch mit veränderten Mitarbeiterbedürfnissen und Ansprüchen. Sie ahnen es, es geht um die Generation Y. Diese Gruppierung hatte in ihrem Leben stets die Wahl - und will nicht hinnehmen, dass das nach der Ausbildung im Job auf einmal nicht mehr so sein soll.

Wird die Generation Y die Führungskultur umkrempeln?

Freiheit und Unabhängigkeit sind für sie im Job genau so wichtig wie Spaß, Sinnhaftigkeit und eine gute Work-Life-Balance. Manch Soziologe glaubt, dass diese Generation die Arbeitswelt und damit auch die Führungskultur regelrecht auf den Kopf stellen wird. Wir erleben gerade die Anfänge. Denn in ein paar Jahren werden diese jungen Menschen nicht mehr nur Mitarbeiter sein, sondern in Führungspositionen nachrücken. Der Wandel kommt also sowieso. Wer jetzt schon proaktiv sein Bild und seine Herangehensweise an Führung ändert, kann frühzeitig High Potentials an sich binden.

Hier kommen wir zum letzten wesentlichen Punkt unserer Einschätzung zum Thema Führung: Gewöhnliche Menschen erreichen in Teams Außergewöhnliches!
Und auf der Basis dessen, was man über die Generation Y weiß, wird das für Führung noch viel entscheidender werden: Befehl und Gehorsam mit einer klaren Kommandokette werden immer mehr Projekt- und Teamarbeit auf Augenhöhe weichen. Der Vorgesetzte nimmt dabei mehr und mehr die Rolle eines Moderators ein, der seine Mitarbeiter unterstützt und fördert. Eddie Controlletti bekommt jedenfalls vermutlich bald Rente oder einen Grabstein. Natürlich bedeutet das im Umkehrschluss, dass Mitarbeiter sich besser organisieren und mehr Verantwortung übernehmen müssen. Ein Punkt, den es dafür allerdings braucht, ist eine bessere Fehlerkultur. Ähnlich wie in Nordamerika, wo Scheitern auch als Chance gesehen wird, etwas zu lernen, statt wie in deutschen Büros zu ewiger Verdammnis zu führen.

In diesem Sinne - alles Gute für 2018! Auf gute Führung und gute Kommunikation!

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